Reinigungskräfte bei der Arbeit in einer Wohnung

Erster Eindruck als Reinigungsfirma: So überzeugen Sie neue Kunden vom ersten Anruf bis zur Bewertung

Der Kunde hat sein Urteil über Sie gefällt, bevor Sie die erste Fliese angegriffen haben. In einer Studie der Princeton University, die Janine Willis und Alexander Todorov 2006 in der Fachzeitschrift Psychological Science veröffentlicht haben, sahen Versuchspersonen fremde Gesichter nur 100 Millisekunden lang, also eine Zehntelsekunde. Ihre Einschätzung von Vertrauenswürdigkeit, Kompetenz, Sympathie, Attraktivität und Aggressivität stimmte trotzdem weitgehend mit jener anderer Versuchspersonen überein, die so lange schauen durften, wie sie wollten. Mehr Zeit machte die Urteile vor allem selbstsicherer, kaum anders.

Bei einer Reinigungsfirma verteilt sich diese Zehntelsekunde auf ein Telefonat, ein Auto, das vor dem Haus stehen bleibt, eine Person an der Tür und die ersten zehn Minuten in der Wohnung. Ein guter erster Eindruck als Reinigungsfirma hat deshalb wenig mit Charme zu tun. Er besteht aus lauter kleinen Standards, die der Kunde alle sehen kann und die Sie bei jedem Einsatz einhalten – egal ob Sie ein Reinigungsunternehmen mit mehreren Teams führen oder als Ein-Personen-Betrieb unterwegs sind.

Das Wichtigste in Kürze

Reinigungskräfte in Arbeitskleidung bei der Arbeit
  • Schnell antworten: Melden Sie sich auf jede Anfrage innerhalb einer Stunde, oder lassen Sie eine Plattform mit Sofortbuchung die Anfragen für Sie annehmen.
  • Pünktlich kommen: Halten Sie das vereinbarte Zeitfenster ein, denn der Kunde hat seinen Tag um Ihren Besuch herum geplant.
  • Wie ein Profi auftreten: Arbeitskleidung mit Logo, ein sauberes Auto, eigene Geräte und Reinigungsmittel.
  • Nachfassen: Eine kurze Nachricht am selben Abend und eine Bitte um Bewertung ein bis zwei Tage später machen aus guter Arbeit eine Empfehlung.

Das Telefonat: wie Sie klingen, bevor man Sie gesehen hat

Frau im blauen Hemd beim Telefonieren

Die meisten Kunden lernen Sie am Telefon, im Chat oder über ein Kontaktformular kennen, und zwar während sie Sie gerade mit zwei oder drei anderen Reinigungsfirmen vergleichen. Tempo zählt dabei mehr als eine perfekt formulierte Antwort. Die Forscher James Oldroyd, Kristina McElheran und David Elkington haben für einen Beitrag in der Harvard Business Review 1,25 Millionen Kundenanfragen bei 42 US-Unternehmen ausgewertet. Firmen, die sich innerhalb einer Stunde zurückmeldeten, kamen fast siebenmal so oft zu einem echten Gespräch mit der entscheidenden Person wie Firmen, die auch nur eine Stunde länger gebraucht haben, und mehr als 60-mal so oft wie Firmen, die 24 Stunden oder länger gewartet haben. Im selben Beitrag berichten die Autoren von einem Test mit 2.241 US-Unternehmen: Nur 37 Prozent antworteten innerhalb einer Stunde, 23 Prozent meldeten sich überhaupt nie.

Bei einer Reinigungsanfrage ist das Zeitfenster oft noch kürzer, weil die Person meist einen Termin für diese Woche sucht. Wenn Sie noch keinen Preis nennen können, schicken Sie am selben Tag eine Zwischenantwort: „Danke für Ihre Nachricht, bis morgen Vormittag bekommen Sie einen Kostenvoranschlag von mir.“

Melden Sie sich wie eine Firma, nicht wie eine Handynummer. Heben Sie spätestens beim dritten Läuten ab, mit Firmennamen und eigenem Namen: „Grüß Gott, Reinigungsservice Steinbauer, Maria Steinbauer, was kann ich für Sie tun?“ Schreiben Sie sich den Namen des Anrufers auf und verwenden Sie ihn, schalten Sie nicht auf Lautsprecher, und fragen Sie, bevor Sie jemanden in die Warteschleife legen. Wenn Sie etwas nicht wissen, sagen Sie, dass Sie es klären, und rufen Sie noch am selben Tag zurück. Auch die Sprachbox gehört zum ersten Eindruck: Firmenname, Ihr Name und der Hinweis, bis wann Sie zurückrufen.

Seien Sie eine Spur höflicher als nötig. Der Anrufer lässt gleich einen Fremden in seine Wohnung, und an Ihrer Höflichkeit misst er, ob das eine gute Idee ist. Bleiben Sie beim Sie, bis der Kunde selbst zum Du wechselt, und lassen Sie ihn fertig beschreiben, was zu tun ist, bevor Sie einen Preis nennen.

Bestätigen Sie die Details innerhalb von 24 Stunden nach der Buchung. Eine kurze Nachricht zu Zugang (Stiege, Stockwerk, Gegensprechanlage), Parkmöglichkeit, Haustieren und den drei wichtigsten Wünschen erspart ein mühsames Gespräch an der Wohnungstür. Eine Erinnerung am Vortag fängt die Sonderwünsche ab.

Wenn Sie nicht abheben können. Spätestens beim dritten Läuten abzuheben ist leicht gesagt und schwer getan, wenn Sie gerade mitten in einem Badezimmer stecken oder mit einer anderen Kundin reden, und ein Preis, den Sie zwischen Tür und Angel nennen, ist meist einer, den Sie später bereuen. Das ist ein großer Teil des Grundes, warum Reinigungsfirmen mit Domestina arbeiten: Sie legen Preise, Einsatzgebiete und Arbeitszeiten einmal fest, und Kunden buchen sofort zu diesen Bedingungen. Der Auftrag kommt als bestätigte Buchung bei Ihnen an, nicht als versäumter Anruf und hastiger Kostenvoranschlag.

Auto und Ankunftszeit: der erste Eindruck als Reinigungsfirma vom Fenster aus

Reinigungskraft in roter Arbeitskleidung mit Staubsauger am Firmenwagen

Nach dem Telefonat ist das Nächste, woran der Kunde Sie misst, wie Sie ankommen. Der Kunde schaut meist schon auf die Straße, bevor Sie geläutet haben, und die Nachbarn schauen mit. Sie sehen ein Auto, dann eine Person, die aussteigt, und schließen aus beidem, ob Sie Ihre Sache im Griff haben.

Das Auto vor dem Haus

Sauber, aufgeräumt und mit ein bisschen Überlegung geparkt. Das Auto muss nicht neu sein, aber gewaschen, und auf der Rückbank darf kein Haufen loser Flaschen und alter Fetzen liegen. Verstauen Sie die Ausrüstung in Kisten, damit sie mit einem Griff draußen ist, und stellen Sie sich nicht in die Einfahrt vom Nachbarn. Das Erste, was der Kunde von Ihnen mitbekommt, sollte jedenfalls nicht das Läuten des Nachbarn sein.

In der Kurzparkzone gehört ein gültiger Parkschein dazu, sonst kostet der Einsatz mehr, als er bringt. In Wien gilt seit März 2022 in allen Bezirken eine flächendeckende Kurzparkzone, Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr, mit einer Höchstparkdauer von zwei Stunden. Den Parkschein lösen Sie dort digital per Handyparken. Dauert eine Reinigung länger als zwei Stunden, planen Sie eine Garage oder einen anderen Stellplatz ein, statt mitten im Einsatz umparken zu müssen.

Eine Beschriftung hilft, und zwar nicht in erster Linie wegen der Werbung. Ein Auto mit dem Firmennamen sagt dem Kunden, dass Sie in dieses Geschäft investiert haben: Sie haben Geld für etwas ausgegeben, das sich nur rechnet, wenn Sie nächstes Jahr noch reinigen. Genau daran erkennt er den Unterschied zwischen einer Firma und einem Gelegenheitsanbieter, der heuer eine Reinigungsfirma hat und nächstes Jahr für Uber fährt. Die Werbung ist ein Bonus. Privatkunden bringen Sie immer wieder in dieselben Gassen, und ein Nachbar, der dasselbe saubere Auto dreimal gesehen hat, ist leichter zu gewinnen als ein Fremder.

Das 15-Minuten-Fenster

Nennen Sie ein Zeitfenster und halten Sie es ein. Der Kunde hat sich diese Uhrzeit nicht zufällig ausgesucht. Danach hat er einen Termin, um drei holt er die Kinder von der Schule ab, er begleitet die Mutter zum Arzt, oder es ist der einzige freie Vormittag in dieser Woche, und er hat seinen Tag um Ihren Besuch herum geplant. Eine halbe Stunde Verspätung auf Ihrer Seite kann auf seiner Seite ein abgesagter Termin sein oder ein Kind, das vor der Schule wartet. Wenn Sie merken, dass es später wird, rufen Sie an, sobald Sie es wissen, nicht erst vor der Tür.

Zu früh ist genauso ein Problem. Bei einer Mutter stand das Team um 10:40 Uhr vor der Tür, gebucht war 12 Uhr, und der Mittagsschlaf des Babys war dahin. Planen Sie das ein: Legen Sie die Aufträge nach Bezirk zusammen und rechnen Sie 15 bis 20 Minuten Fahrt dazwischen.

Wenn Sie sich verspäten, sagen Sie es, bevor der Termin beginnt. „Hallo Frau Pichler, ich bin nach dem letzten Auftrag etwa 20 Minuten im Verzug und bin um 12:20 Uhr bei Ihnen. Entschuldigen Sie die Änderung. Falls das nicht mehr passt, sagen Sie kurz Bescheid, dann finden wir einen neuen Termin.“ Dann macht Ihnen ein neutrales Gesicht auf statt ein verärgertes. Bei Domestina ist Pünktlichkeit eines der Versprechen, die dem Kunden in Ihrem Namen gegeben werden, und eine Firma, die Termine versäumt, fliegt von der Plattform. Diese Nachricht ist die 30 Sekunden also wert.

An der Tür: Arbeitskleidung, Begrüßung und Körperhygiene

Lächelnde Frau an einer Holztür

Sobald das Auto steht, wandert der Blick des Kunden zu der Person, die auf die Haustür zugeht. Zwischen dem Öffnen der Tür und der Entscheidung, wie genau er Ihnen auf die Finger schaut, vergehen ein paar Sekunden. In dieser Zeit registriert er vor allem zwei Dinge: Kleidung und Geruch.

Was Sie anziehen

Tragen Sie die Kleidung, in der Sie putzen, auch zur Besichtigung. Niemand erwartet eine Reinigungskraft in Hemd und Stoffhose, und niemand putzt darin ein Bad. Ein sauberes T-Shirt mit dem Firmenlogo und eine dunkle Arbeitshose sind die richtige Arbeitskleidung: bequem, leicht zu waschen und auf den ersten Blick das Gewand von jemandem, der gleich arbeitet. Kommen Sie auch zur Besichtigung so, damit sich der Kunde vorstellen kann, wie Sie die Arbeit machen. Was hängen bleibt, ist die Einheitlichkeit: bei jedem Besuch dieselben Farben, passend zum Logo auf dem Auto und auf der Visitenkarte.

Rechnen Sie mit sieben günstigen T-Shirts pro Person und Jahr. Fünf wechseln sich über die Arbeitswoche ab, zwei liegen als Reserve bereit, und einmal im Jahr tauschen Sie den ganzen Satz, damit keines ausgewaschen aussieht. Dunkelblau, Anthrazit und Schwarz verzeihen Spritzer. Mit dem Vornamen auf der Brust kann der Kunde Sie mit Namen ansprechen, eine Kleinigkeit, die Gewicht hat, wenn Sie allein in seiner Wohnung zwischen seinen Sachen stehen.

Hygiene und Geruch in einer kleinen Wohnung

Ratgeber für Reinigungskräfte reden über Logos und übergehen, was der Kunde aus einem Meter Entfernung wahrnimmt. Das Wichtigste ist einfach: jeden Tag duschen, am besten vor der Arbeit und danach noch einmal, denn nach vier Stunden Badputzen hilft auch das beste Deo nur noch begrenzt. In einer 60-Quadratmeter-Wohnung kann ein Geruch nirgendwohin, und der Kunde wird ihn nicht ansprechen. Er bucht beim nächsten Mal wen anderen.

  • Haare zusammengebunden, bevor Sie von zu Hause weggehen, damit keines am Kopfpolster liegen bleibt.
  • Kein Zigarettengeruch in der Kleidung oder im Atem. Wer raucht, raucht nach dem Auftrag, nicht im Auto auf der Hinfahrt.
  • Kein kräftiges Parfum oder Rasierwasser. Der Kunde mit Asthma oder Migräne ist der, der nie erklärt, warum er nicht wieder gebucht hat.
  • Wenig Schmuck, damit nichts eine Arbeitsplatte zerkratzt oder am Vorhang hängen bleibt.

Schuhüberzieher und Begrüßung

Frische Schuhüberzieher an der Schwelle, vor den Augen des Kunden. Einwegüberzieher kosten ein paar Cent das Paar. Ziehen Sie sie an der Tür an, nehmen Sie sie ab, wenn Sie zum Auto zurückgehen, und ziehen Sie beim Wiederkommen ein neues Paar an. Eine Beschwerde, die über eine große Franchisekette immer wieder auftaucht: ein Team, das in Straßenschuhen die Stiege hinaufgegangen ist, obwohl bei der Besichtigung Überzieher vereinbart waren. Daran hat sich die Kundin erinnert, nicht an das saubere Bad.

Die Begrüßung gibt den Ton vor. Sprechen Sie den Kunden mit Namen an, stellen Sie alle vor, die mit Ihnen kommen, und sagen Sie in einem Satz, was als Nächstes passiert: „Guten Morgen, Frau Pichler, ich bin die Maria und das ist der Lukas. Wir gehen zuerst kurz mit Ihnen durch die Wohnung und fangen dann im Bad an.“ In vielen Haushalten hängen inzwischen Kameras, und dann sieht auch ein Kunde, der nicht daheim ist, wie Sie ankommen. Verhalten Sie sich an der Tür also so, als würde er direkt davor stehen.

Was Sie mitbringen: Geräte, Werkzeug und Reinigungsmittel

Reinigungsmittel auf einem Tisch

Der Kunde schaut sich auch an, was Sie hereintragen. Ein Putzkübel mit einer Sprühflasche vom Hofer drin sagt etwas anderes als eine Kiste mit beschrifteten Flaschen und gefalteten Mikrofasertüchern, und der Unterschied ist nicht nur Optik.

Eigene Reinigungsmittel statt der Mittel des Kunden

Bringen Sie die komplette Ausrüstung mit, jedes Mal. Eine gepackte Kiste, die bei jedem Auftrag gleich aussieht, heißt, dass niemand mit dem improvisiert, was beim Kunden unter der Abwasch steht. Ihr Team kennt jedes Produkt im Set, weiß, wie es auf Edelstahl, Glas, Fliesen oder Parkett wirkt, und kann es richtig dosieren. Genauso wichtig ist, was der Kunde sieht: Wer Sie mit eigenen, beschrifteten Flaschen und Geräten hereinkommen sieht, rechnet mit einem besseren Ergebnis als mit dem Spray aus dem Supermarkt, und diese Erwartung prägt, wie zufrieden er am Ende ist.

Die Mittel des Kunden bergen das umgekehrte Risiko. Sie ändern sich mit jedem Einkauf, niemand in Ihrem Team ist darauf eingeschult, und ein Sicherheitsdatenblatt haben Sie dafür nicht zur Hand. Für Ihre eigenen Produkte muss Ihnen der Lieferant bei gefährlichen Gemischen eines nach der EU-Chemikalienverordnung REACH zur Verfügung stellen. Die falsche Flasche auf der falschen Oberfläche endet damit, dass Sie eine Reparatur zahlen, etwa säurehaltiger Kalklöser aus dem Bad auf einer Arbeitsplatte aus Marmor oder Kalkstein oder Scheuermilch auf einer lackierten Küchenfront.

Gut zu wissen: Was Ihr Gewerbeschein abdeckt. In Österreich hängt auch von der Gewerbeberechtigung ab, mit welchen Mitteln und Geräten Sie arbeiten. Das freie Gewerbe Hausbetreuung umfasst laut der Bundeseinheitlichen Liste der freien Gewerbe die Reinigung von Wohnungen „nach Art der Hausfrau oder des Hausmannes“ mit den in Haushalten üblicherweise verwendeten Reinigern und Geräten. Wer mit Maschinen oder Spezialprodukten aus der Gebäudereinigung arbeiten will, klärt vorher mit der Wirtschaftskammer (WKO), ob das noch gedeckt ist. Die WKO hat dafür eine eigene Ampelkarte Hausbetreuung mit erlaubten und unzulässigen Tätigkeiten veröffentlicht.

Dazu kommt ein Gesundheitsargument. Eine Task Force der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) hat 2013 in der Fachzeitschrift Allergy die Studienlage zu Reinigungsmitteln und berufsbedingtem Asthma zusammengefasst. Als Auslöser nennt sie Reinigungssprays, Chlorbleiche, Ammoniak, Desinfektionsmittel und das Mischen von Produkten. Zur Vorbeugung empfiehlt sie unter anderem, Sprays, Bleiche und Ammoniak zu ersetzen, Desinfektionsmittel sparsam einzusetzen, Produkte nicht zu mischen und das Personal zu schulen. In der Praxis heißt das: Das Mittel kommt aufs Tuch statt als Sprühnebel in die Luft. Ein fixes Produktset schützt Ihre Lunge und die des Kunden, und es ist eine gute Antwort, wenn er fragt, warum Sie sein Spray nicht verwendet haben.

Tücher, Staubsauger und Schaber

Bei Tüchern und Geräten zeigt sich der Unterschied. Bringen Sie für jede Wohnung einen frischen Satz sauberer Mikrofasertücher mit, nach Bereichen farblich getrennt und nie bereichsübergreifend verwendet. Bewährt hat sich das Vier-Farben-System aus der professionellen Gebäudereinigung:

  • Rot für WC, Urinal und die Fliesen rundherum
  • Gelb für den übrigen Sanitärbereich wie Waschbecken, Armaturen, Spiegel, Dusche und Badewanne
  • Blau für Möbel, Türen, Heizkörper und andere Einrichtungsgegenstände
  • Grün meist für die Küche und andere Bereiche mit Lebensmittelkontakt

So kommt kein Tuch, das eine Toilette berührt hat, in die Nähe einer Arbeitsplatte. Tücher in diesen vier Farben bekommen Sie im Fachhandel, etwa beim Salzburger Hygienehersteller Hagleitner aus Zell am See.

Ein Staubsauger mit HEPA-Filter (Filterklasse H13 oder H14 nach der europäischen Norm EN 1822), nach jeder Wohnung entleert und mit einer von Haaren befreiten Bürstenwalze, beantwortet die unausgesprochene Sorge des Kunden, was Sie aus dem letzten Haushalt mitbringen. Stahlwolle kommt höchstens im Inneren des Backrohrs zum Einsatz, wo eingebranntes Fett manchmal anders nicht weggeht, und auch dort nur, wenn die Bedienungsanleitung des Herstellers es zulässt. Überall sonst nehmen Sie Kunststoffschaber. Wenn das Backrohr der Hauptgrund für den Anruf war, bieten Sie Backofen reinigen als eigenen Auftrag mit eigener Zeit an, statt es in einen normalen Termin hineinzuzwängen.

Wie redet man beim ersten Einsatz mit einem neuen Kunden?

Zwei Frauen im Gespräch

Gehen Sie 10 bis 15 Minuten gemeinsam durch die Wohnung, bevor Sie irgendetwas angreifen, und lassen Sie vor allem den Kunden reden: was ihm wichtig ist, was frühere Reinigungskräfte falsch gemacht haben, was in Ruhe gelassen werden soll. Wiederholen Sie, was Sie gehört haben, klären Sie, was inkludiert ist und was extra kostet, nennen Sie den Preis ohne Zögern, und fangen Sie erst dann an.

Fragen, zuhören, reagieren. Die meisten Firmen bitten den Kunden, die erste Viertelstunde dazubleiben. Nutzen Sie diese Zeit gezielt. Gehen Sie die Räume in der Reihenfolge durch, in der Sie sie reinigen werden, und notieren Sie die Namen der Kinder und der Haustiere. Eine Fünfzimmerwohnung ist selten ein Auftrag für fünf Zimmer. Die meisten Kunden wollen Schlafzimmer und Wohnbereich gemacht haben und sagen „die Kinderzimmer bitte auslassen“, wenn man sie fragt.

Die Fragen, auf die die brauchbarsten Antworten kommen:

  1. „Woran würden Sie merken, dass die Reinigung richtig gut war?“ Die Antwort verrät, ob es um die Duschwand oder die Sockelleisten geht.
  2. „Hatten Sie schon einmal eine Reinigungskraft, und was ist schiefgegangen?“ Wiederholen Sie die Beschwerde dann in eigenen Worten, damit der Kunde hört, dass sie angekommen ist.
  3. „Welche Bereiche brauchen heute die meiste Aufmerksamkeit, und welche sollen wir auslassen?“
  4. „Reagiert jemand im Haushalt allergisch oder empfindlich auf Duftstoffe?“
  5. „Möchten Sie zwischendurch eine Nachricht, wenn uns etwas auffällt, oder lieber nur am Ende?“

Noch eine Regel für das Gespräch: keine privaten Dramen. Kunden zahlen für eine saubere Wohnung, nicht für Neuigkeiten aus Ihrer Woche, und eine Reinigungskraft, die zu viel von sich erzählt, wird meist abbestellt, ohne je zu erfahren, warum.

Nach dem Auftrag: der letzte Eindruck, der die nächste Buchung bringt

Frau nutzt draußen ihr Smartphone

Der Kunde bildet sich sein Urteil über Sie noch ein paar Tage lang, nachdem Sie gegangen sind. Professionelle Reinigung ist nicht immer eine wöchentliche Dienstleistung: Grundreinigung, Polstermöbel, Backofen oder Kühlschrank stehen höchstens alle paar Monate an. Die Nachbetreuung ist also nicht dazu da, den Kunden in einen fixen Rhythmus zu holen. Sie ist dazu da, einen letzten Eindruck zu hinterlassen, der gut genug ist, dass er eine Bewertung schreibt, Sie einem Nachbarn empfiehlt und direkt wieder bei Ihnen bucht, wenn der Bedarf wieder da ist.

Die Nachricht am selben Abend

Falls der Kunde daheim ist, gehen Sie noch einmal gemeinsam durch die Wohnung, bevor Sie zusammenpacken. Bitten Sie ihn, auf alles zu zeigen, was er anders haben will, und erledigen Sie es gleich. Ist er nicht da, tut es eine Nachricht am selben Abend: „Hallo Frau Pichler, danke, dass wir heute bei Ihnen sein durften. Ich möchte sichergehen, dass alles so war, wie Sie es erwartet haben. Falls wir beim nächsten Mal etwas besser machen können, sagen Sie es mir, ich kümmere mich darum.“ So erfahren Sie von einer kleinen Beschwerde früh genug, um sie zu beheben. Kunden, die eine nicht perfekte Reinigungskraft jahrelang behalten haben, sagen meist dasselbe: Sie wollte es wissen, wenn etwas nicht gepasst hat, und genau das hat ihr viel Nachsicht eingebracht.

Melden Sie Schäden am selben Tag. Eine Glühbirne, die beim Abwischen im heißen Zustand gesprungen ist, ein angeschlagenes Häferl, ein Kratzer an einer Tür: Der Kunde wird es finden, und was er dann über Sie denkt, hängt davon ab, ob Sie es zuerst gesagt haben. Sagen Sie, wie Sie es in Ordnung bringen, und bestätigen Sie das schriftlich. Genau für solche Fälle gibt es die Betriebshaftpflichtversicherung.

Die Bewertung und die Empfehlung

Bitten Sie um die Bewertung, solange die Wohnung noch nach sauber riecht. Ein bis zwei Tage nach dem Auftrag schicken Sie den direkten Link zu Ihrem Google-Unternehmensprofil oder zur Bewertung auf der Plattform, über die gebucht wurde. Diese Bitte bekommt jeder Kunde, nicht nur der begeisterte. Google untersagt in seinen Richtlinien für nutzergenerierte Inhalte auf Google Maps, negative Rezensionen zu unterbinden oder gezielt nur zufriedene Kunden um positive Bewertungen zu bitten, und entfernt solche Inhalte. Ebenfalls nicht erlaubt ist es, bestimmte Inhalte vorzugeben, etwa den Namen der Reinigungskraft.

Bewertungen sind das, was der nächste Kunde vor der Buchung liest, und wer gerade eine geschrieben hat, hat auch schon geprobt, was er dem Nachbarn erzählt. „Danke, und wenn Sie uns wieder brauchen, haben Sie meine Nummer“ reicht. Wenn der Bedarf in sechs Monaten wiederkommt, sind die Bewertung, die er geschrieben hat, und die Nachricht, die er behalten hat, der Weg, über den er Sie wiederfindet.


FAQ

Reinigungskräfte mit Ausrüstung unterwegs

Wie schnell sollte eine Reinigungsfirma auf Anfragen antworten?

Innerhalb einer Stunde. In der in der Harvard Business Review veröffentlichten Auswertung von 1,25 Millionen Anfragen kamen Firmen, die sich in der ersten Stunde meldeten, fast siebenmal so oft zu einem echten Gespräch wie Firmen, die eine Stunde länger brauchten. Wenn Sie in dieser Zeit noch keinen Preis nennen können, reicht eine kurze Zwischenantwort mit einem verbindlichen Termin für den Kostenvoranschlag.

Braucht eine kleine Reinigungsfirma Arbeitskleidung?

Ja. Es kostet fast nichts: ein mit einem KI-Tool erstelltes Logo, in der Druckerei ums Eck auf ein paar dunkle T-Shirts gedruckt, dazu eine dunkle Arbeitshose. Es geht nicht um den Preis, sondern um die erkennbare Mühe. Ein Kunde, der ein Logo auf Ihrer Brust sieht, sieht jemanden, der in sein Geschäft investiert hat, und bei jedem Besuch dieselbe Firma.

Sollen Reinigungskräfte die Putzmittel des Kunden verwenden?

Ja, wenn es einen konkreten Grund gibt, etwa ein Baby, eine Allergie oder einen empfindlichen Boden, und nachdem Sie geprüft haben, um welches Produkt es sich handelt, und es am Auftragszettel notiert haben. Für alles andere bringen Sie Ihre eigenen mit. Ihr Team weiß, wie Ihre Mittel auf jeder Oberfläche reagieren, und Sie tragen die Verantwortung, wenn etwas kaputtgeht.

Wie bekommt eine Reinigungsfirma gute Bewertungen?

Indem sie in allen drei Dingen professionell ist, die der Kunde sieht: im Auftreten, in der Kommunikation und in der Arbeit selbst. Pünktlich und in Arbeitskleidung erscheinen, klar und höflich sprechen und den Auftrag ganz zu Ende bringen, nicht fast. Danach ein bis zwei Tage später jeden Kunden um eine Bewertung bitten. Schlampige Arbeit mit einer freundlichen Nachricht hinterher bringt keine fünf Sterne.

Darf man nur zufriedene Kunden um eine Google-Bewertung bitten?

Nein. Google verbietet in seinen Richtlinien, gezielt nur positive Bewertungen anzufordern oder negative zu verhindern, und kann solche Rezensionen entfernen. Fragen Sie alle Kunden, und nutzen Sie das private Feedback davor, um Probleme zu lösen, nicht um zu filtern, wer die Bewertungsanfrage bekommt.

Was braucht man für eine Reinigungsfirma in Österreich?

Für die Reinigung von Privatwohnungen reicht in der Regel das freie Gewerbe „Hausbetreuung, bestehend in der Durchführung einfacher Reinigungstätigkeiten einschließlich objektbezogener einfacher Wartungstätigkeiten“, für das Sie keinen Befähigungsnachweis brauchen. Es deckt die Wohnungsreinigung mit haushaltsüblichen Reinigern und Geräten ab, außerdem Fensterputzen, solange es vom Boden aus oder mit Steighilfen ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) möglich ist. Büro- und Fassadenreinigung sind dagegen dem Handwerk „Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung“ vorbehalten, für das grundsätzlich die Meisterprüfung als Befähigungsnachweis gilt.

Angemeldet wird das Gewerbe bei der Bezirkshauptmannschaft oder in Statutarstädten beim Magistrat, auch online über das Gewerbeinformationssystem Austria (GISA) oder das Unternehmensserviceportal (USP). Das Gründerservice der WKO hilft kostenlos dabei. Mit der Anmeldung werden Sie automatisch Mitglied der Wirtschaftskammer und als Einzelunternehmer bei der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) pflichtversichert. Dazu kommen eine Betriebshaftpflichtversicherung, ein sauberes Auto und die Gewohnheit, jede Anfrage innerhalb einer Stunde zu beantworten.

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Vladislav Simov

Vladislav Simov ist Gründer und CEO von Domestina und verfügt seit 2014 über Erfahrung im Bereich der professionellen Reinigung. Er setzt sich dafür ein, höhere Standards in Bezug auf Qualität, Vertrauen und Komfort bei Dienstleistungen rund ums Zuhause zu etablieren.

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